Narrenfreiheit in Absurdistan?

Einladung zum 1. und 2. Dezember 2012 in Gedanken an Ivan Illich

Am 2. Dezember dieses Jahres ist es 10 Jahre her, dass Ivan Illich überraschend und doch gut vorbereitet starb. Wir, eine Gruppe seiner Bremer Freunde, laden deshalb zu einer Zusammenkunft in Bremen ein.

Unsere Frage für dieses Treffen richtet sich auf die Möglichkeit der persönlichen Freiheit angesichts verordneter und professionell angeleiteter „Selbstbestimmung“. In den letzten Jahren fragten wir uns oft, was bedacht werden müsse, damit Ivans Sicht der Freiheit und der freien Urteilskraft nicht mit der politisch-ökonomischen Losung verwechselt werde, die in den Jahren seit seinem Tod Selbstbestimmung als Überlebenskampf des Einzelnen definiert und jedem abverlangt. Wenn solche Freisetzung ins vereinzelte Verantwortlichsein und ins Selbstmanagement heute eine politische Technologie ist, welche die Menschen tiefer in die Abhängigkeit von Institutionen, Experten und Maschinen führt, wollen wir fragen, zu welcher ganz anderen Freiheit Ivan einlud. Denn diese Freiheit war ein Leitfaden in seinem Denken und Tun. – Wir denken dabei an die Freiheit des Narren in Absurdistan, die Zweckfreiheit des Handelns, die Umsonstigkeit der Hinwendung und die Philia.

Am Samstag, den 1.12. von 11 bis ca. 14 Uhr laden wir zu einem Denkraum im Concordia-Theater in der Schwachhauser Heerstr. 17 ein. Dort werden Auszüge aus Ivans Schriften zur Frage der Freiheit durch Schauspieler gelesen, mit Musik begleitet und tänzerisch gerahmt.
Zwischen 17 und 19 Uhr treffen wir uns dann in der Villa Ichon am Goetheplatz, wo Marianne Gronemeyer über „Fremdbestimmung? – Ja, bitte!“ sprechen wird.
Ab 20 Uhr besteht – ebenfalls in der Villa Ichon – die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen. Dazu wird es Wein und Brot, Käse und Flammkuchen geben.
Am Sonntag, den 2.12. um 11:30 Uhr hält der ehemalige Propst der Bremer katholischen Kirche, Ansgar Lüttel, einen Gedenk-Gottesdienst in der Evangelischen Kirche St. Johann in Oberneuland. Auf deren Friedhof hat er Ivan vor 10 Jahren beerdigt.
Mit dem Gang zu Ivans Grab geht unsere Zusammenkunft zu Ende.

Wir freuen uns auf unser Beisammensein und sagen herzliche Grüße von der Vorbereitungsgruppe in Bremen

Johannes Beck, Barbara Duden, Birgit Hejazi, Sharouk Hejazi, Silja Samerski, Gabriele Schmitz, Friedrich Schmitz, Kirsten Vogeler, Heide Wellershoff

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