Die Reparationsschuld – Deutsche Hypotheken des Zweiten Weltkriegs in Griechenland und Europa (Roth, 29.1.2016)

Einladung zu kritischer Suchbewegung

Freitag, den 29. Januar 2016, um 19.30 Uhr
In der Villa Ichon, Goldener Saal, Goetheplatz

Die Reparationsschuld – Deutsche Hypotheken des Zweiten Weltkriegs in Griechenland und Europa

Vortrag und Gespräch mit
Dr. Karl Heinz Roth

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Nach der Veranstaltung mit Christoph Türcke am 15. Januar wird Karl Heinz Roth am 29. Januar einen Vortrag über die deutsche Reparationsschuld halten.

Die Reparationsfrage ist auch 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs ein brisantes Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte. Sie hatte aber auch gravierende globalhistorische Auswirkungen, denn die durch sie heraufbeschworenen Konflikte unter den alliierten Siegermächten markieren den Ursprung des Kalten Kriegs.
Neben Polen und den besetzten Gebieten der Sowjetunion hatten einige „kleine Alliierte“ besonders unter den humanitären Verbrechen und Plünderungsaktionen der deutschen Besatzungsherrschaft gelitten; zu ihnen gehörte vor allem Griechenland.  Sie wurden in den ersten Nachkriegsjahren von den internationalen Reparationsinstanzen nur geringfügig entschädigt.
Seit Beginn der 1950er Jahre war die bundesdeutsche Machtelite für die Reparationspolitik verantwortlich. Sie verhielt sich äußerst restriktiv, spielte auf Zeit und grenzte diejenigen Länder und Opfergruppen aus ihren Entschädigungsleistungen aus, die für ihre Reintegration in das westliche Bündnis- und Wirtschaftssystem unwichtig waren. Die Reparationsfrage verkam zu einem zynischen Machtpoker.
In einem einstündigen Vortrag werden die Rahmenbedingungen und die wesentlichen Etappen des Reparationsproblems nachgezeichnet. Dabei dient Griechenland als repräsentative Fallstudie, die es gestattet, das vielschichtige und komplexe Thema anschaulich darzustellen.

Zum Referenten:
Karl Heinz Roth wurde 1942 in Wertheim am Main geboren. Studium der Medizin und der Geschichtswissenschaft in Köln, Bonn, Düsseldorf, Hamburg und Bremen. Promotion in Hamburg 1984 (Medizin) und 1992 in Bremen (Geschichtswissenschaft). Seit 1965 in der Neuen Linken aktiv. Nach der ärztlichen Ausbildung von 1980 bis Herbst 1997 Mitarbeiter einer Gemeinschaftspraxis in Hamburg-St. Pauli. Mitbegründer der Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts und der Zeitschrift „1999“ im Jahr 1986. Die Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts zog 1998 nach Bremen um und ist seither dort ansässig. Auch Roth lebt seit 1998 als Mitarbeiter der Stiftung in Bremen.
Zahlreiche Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen zur Sozial-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Globalgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Herzliche Einladung!

Mit freundlichen Grüßen
Gert Sautermeister und Gerhard Vinnai