Klassenherrschaft in Griechenland und der „Auftritt der Empörten“ (4.7.13)

Einladung zu kritischer Suchbewegung

Donnerstag, den 4. Juli 2013, um 20.00 Uhr in der Villa Ichon, Bremen, Goetheplatz 4

Klassenherrschaft in Griechenland und der „Auftritt der Empörten“

Vortrag und Gespräch mit

Dr. Gregor Kritidis     
Lehrbeauftragter, Universität Hannover und

Dr. Helmut Reichelt 
Professor für Soziologie, Universität Bremen

In der Fortsetzung unserer Suchbewegung über Griechenland wird mit Gregor Kritidis wieder ein griechischer Kollege zu einem brisanten Thema referieren.

In der ersten Veranstaltung – im Januar dieses Jahres – ging es um die Situation der Menschen in Griechenland, sowie um die Darstellung und Analyse der systematischen Sprachverdrehung in der deutschen Berichterstattung über Griechenland.

Entgegen der vorherrschenden falschen Allgemeinheit in der Rede von „den Griechen“,  werden an diesem Abend die Klassenverhältnisse im Klientelstaat Griechenland und die Kooperation der herrschenden Klasse mit der Troika und deren Austeritätspolitik thematisiert. Schließlich sollen Aktionen und Strategien der Gegenbewegung zur Sprache kommen, über die in Deutschland so gut wie nicht berichtet wird.

Wir freuen uns nun auf einen guten Abend mit Gregor Kritidis und Helmut Reichelt am kommenden Donnerstag in der Bremer Villa Ichon..

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Beck, Gert Sautermeister und Gerhard Vinnai

Gregor Kritidis zur Thematik des Abends:

„Mit den Kreditverträgen vom Mai 2010 zwischen der Republik Griechenland einerseits, der EU und dem IWF andererseits, hat das griechische Parlament wesentliche Befugnisse eingebüßt. Alle politischen Entscheidungen von zentraler Bedeutung werden seitdem von den Vertretern der Gläubiger vorgegeben. Ob es um die Kürzung von Renten, die Entlassung von Öffentlichen Angestellten, die Zusammenlegung von Kommunen oder die Privatisierung der Wasserversorgung geht – für alle gesellschaftspolitischen Bereiche gibt es ein Durchgriffsrecht der Troika, bestehend aus Vertretern des IWF, der EZB sowie der EU-Kommission. Besonders dramatisch sind dabei die Eingriffe in die Tarifautonomie, die zu einer faktischen Abschaffung des Streikrechts geführt haben, wie die wiederholte Anwendung von Gesetzen aus der Zeit der Junta belegen, die Streikende mit Entlassung und Gefängnisstrafen bedrohen.
Die von Brüssel verordnete Schock-Therapie hat zu einer rasanten Verarmung breiter Teile der Bevölkerung und zu einer für Friedenszeiten beispiellosen ökonomischen und sozialen Krise geführt.
Die Demokratie in ihrer nach 1974 etablierten Form ist dadurch in eine tiefe Krise geraten. Das parlamentarische System ist nur noch wenig mehr als eine Attrappe, hinter der sich der autoritäre Maßnahmestaat formiert.
Gegen diese Zerstörung der sozialen Demokratie hat sich erheblicher Widerstand formiert, dessen langfristiger Erfolg oder Misserfolg beispielhaft für ganz Europa werden könnte.“

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