Das „innere Ausland“ – Zur Sozialpsychologie der Fremdenfeindlichkeit und des neuen Nationalismus (Vinnai, 10.1.2017)

Einladung zur kritischen Suchbewegung

Dienstag, 10. Januar 2017, um 19:30 Uhr
Im Gästehaus der Universität am Teerhof

Das „innere Ausland“ – Zur Sozialpsychologie der Fremdenfeindlichkeit und des neuen Nationalismus

Vortrag und Gespräch mit
Prof. Dr. Gerhard Vinnai

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus verbreiten sich in westlichen Gesellschaften, und nicht nur dort, als wesentliche Bestandteile eines neuen »rechten Populismus«. Gegen diesen Trend ist bloße Aufklärung relativ ohnmächtig, weil er mit den Wirkungen kollektivierter unbewusstem Prozesse verschränkt ist. Der Vortrag will aufzeigen, welche psychischen Befindlichkeiten Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus begünstigen und wie diese mit Krisentendenzen des Kapitalismus und der westlichen Demokratie verknüpft sind. Die zunehmenden Rechtstendenzen sind nicht zuletzt auch Ausdruck einer tiefen Krise der Linken, die neuartige Formen des Nachdenkens verlangt. Weiterlesen

Bürgerkrieg ohne Ende? Kolumbien nach dem gescheiterten Plebiszit zum Friedensprozess (Dombois, 21.11.2016)

Einladung zur kritischen Suchbewegung

Montag, 21. November 2016, um 19:30 Uhr
Im Gästehaus der Universität am Teerhof

Bürgerkrieg ohne Ende?
Kolumbien nach dem gescheiterten Plebiszit zum Friedensprozess.

Vortrag und Gespräch mit
Prof. Dr. Rainer Dombois

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Wir freuen uns, daß wir für ein aktuelles Thema einen ausgewiesenen Kenner gewinnen konnten. Rainer Dombois skizziert im Hinblick auf seinen Vortrag folgende Fragestellungen:

Das Friedensabkommen, das die kolumbianische Regierung mit der größten und ältesten Guerillagruppe, den FARC über mehrere Jahre hin ausgehandelt hat, hat in einem Plebiszit in Kolumbien selbst keine Mehrheit gefunden, während es eine breite internationale Unterstützung fand, dem Präsidenten Santos sogar den Friedensnobelpreis einbrachte. Der Friedensprozess ist damit noch nicht gescheitert, aber komplizierter geworden, weil erneut verhandelt und die starke Opposition beteiligt werden muss.
Rainer Dombois, über lange Jahre mit Kolumbien vertraut, wird über den Friedensprozess, die Gründe für das Scheitern des Plebiszits und über die weiteren Perspektiven berichten. Er wird auch die Geschichte sowie die Ursachen des Bürgerkriegs behandeln und die Chancen der Befriedung einer durch Gewalt geprägten und höchst ungleichen Gesellschaft abschätzen.

Über unseren Referenten:
Rainer Dombois, Prof. an der Universität Bremen, hat in den 1980er und 1990er Jahren in Kolumbien gelebt und auch seitdem über soziale Verhältnisse und Gewalt in dem Land geforscht.

Mit freundlichen Grüßen
Gert Sautermeister und Gerhard Vinnai

TTIP – USA/EU-Freihandel mit Schiedsgerichten – Interessen, Fakten, Mythen (Hickel, 5.7.2016)

Einladung zur kritischen Suchbewegung

Dienstag, den 5. Juli 2016, um 19:30 Uhr
Im Gästehaus der Universität am Teerhof

TTIP – USA/EU-Freihandel mit Schiedsgerichten
Interessen, Fakten, Mythen

Vortrag und Gespräch mit
Prof. Dr. Rudolf Hickel

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Bevor am 28. Juni der Vortrag mit Prof. Heiner Boehncke (Romanprojekt, autobiographisch) stattfindet, möchten wir Sie schon heute zu der nachfolgenden Veranstaltung mit Prof. Rudolf Hickel einladen.

Das in Frage stehende Freihandelsabkommen (TTIP) ist eines der umstrittensten Projekte der EU der letzten Jahre von hoher politischer Brisanz. Das zeigt auch die Fülle der Protestaktionen der letzten Zeit, die sich zu einer regelrechten, noch nie dagewesenen Massenbewegung entwickelt haben. Die Entscheidung darüber, ob TTIP realisiert wird, steht wahrscheinlich in Kürze bevor. Insofern hat dieser Vortrag Rudolf Hickels eine geradezu dramatische Aktualität. Weiterlesen

Romanprojekt, autobiographisch (Boehncke, 28.6.2016)

Einladung zur kritischen Suchbewegung

Dienstag, den 28. Juni 2016, um 19.30 Uhr
In der Villa Ichon

Romanprojekt, autobiographisch

Vortrag und Gespräch mit
Prof. Dr. Heiner Boehncke

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Heiner Boehncke, bekannter Literaturwissenschaftler und Kulturhistoriker, stellt sich als Schriftsteller vor. Wer wie er im Bergwinkel, im heutigen Main-Kinzig-Kreis, geboren ist, der Heimat von Grimmelshausen, den Brentanos, der Brüder Grimm, ist gleichsam von Natur aus mit literarischem Erzählens bestens vertraut. Und sein Erzählstoff ist wie der seiner literarischen Vorfahren an Abenteuern reich, verschwenderisch reich. Der Autor, geboren 1944, erinnert sich an eine dramatisch bewegte Kindheit und Jugend in der Nachkriegszeit, läßt ungewöhnliche Familienverhältnisse wiederaufleben, erzählt vom Vagabundieren und Durchbrennen, von seiner leidenschaftlichen Liebe zur See und ozeanischen Schiffswelt, von Tricks und einfallsreichen Manövern, um Schiffsjunge und Retter von Schiffbrüchigen zu werden. Auf den Glückswogen maritimer Literatur segelt seine Phantasie dahin, bei einer praktischen „Seenotrettungsübung“ entscheidet sich sein Lebensschicksal. Weiterlesen

Das Lachen und seine Erforschung (Stollmann, 17.5.2016)

Einladung zur kritischen Suchbewegung

Dienstag, den 17. Mai 2016, um 19.30 Uhr
Im Gästehaus der Universität, Teerhof

Das Lachen und seine Erforschung

Vortrag und Gespräch mit
Prof. Dr. Rainer Stollmann

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Wie Sie aus dem Titel unserer nächsten Veranstaltung ersehen, wollen wir Sie mit einem Thema erfreuen, das vergnüglich ist und doch eine eigene Tiefendimension besitzt. Rainer Stollmann gilt im deutschen Sprachraum als hervorragender Fachmann für das Lachen und die mit ihm zusammenhängenden Bereiche des Humors, der Komik und des Witzes. Weiterlesen

Was verrät uns die musikalische Form? Eine musikdramaturgische Annäherung an Verdis Rigoletto (Gerlach, 19.3.2016)

Einladung zu einer kritischen Suchbewegung

Samstag, den 19. März, um 16 Uhr
Theater Bremen Foyer Kleines Haus

Was verrät uns die musikalische Form?
Eine musikdramaturgische Annäherung an Verdis Rigoletto

Vortrag und Gespräch mit Ingo Gerlach, Leitender Musiktheaterdramaturg am Theater Bremen

Die Veranstaltung möchte am besonderen Ort des Bremer Theaters Einblicke in die Probleme einer zeitgemäßen Operninszenierung geben. Ingo Gerlach schreibt dazu:

Dass Kennen und Verstehen nicht unbedingt dasselbe ist, hat Adorno mit Blick auf die Akzeptanz der Sinfonien Beethovens und die Ablehnung der musikalischen Moderne formuliert. Wie gelingt es, die populären und bekannten Melodien des Opernrepertoires, die unter anderem durch das Werbefernsehen untrennbar mit Tiefkühlpizza, Schokoladenriegeln und Mobiltelefonen verbunden sind, wieder inhaltlich zu lesen? Wie schafft man es, das ursprünglich Unerhörte und Radikale an den Kompositionen – auch ihr Widerständiges – wieder spürbar und produktiv zu machen? Welche Informationen verstecken sich in der musikalischen Form bzw. der musikalischen Konvention? Am Beispiel von Verdis Rigoletto soll es um einen Einblick in das Entstehen einer Musiktheaterinszenierung und die Auseinandersetzung mit dem kompositorischen Material gehen. Weiterlesen

Die Reparationsschuld – Deutsche Hypotheken des Zweiten Weltkriegs in Griechenland und Europa (Roth, 29.1.2016)

Einladung zu kritischer Suchbewegung

Freitag, den 29. Januar 2016, um 19.30 Uhr
In der Villa Ichon, Goldener Saal, Goetheplatz

Die Reparationsschuld – Deutsche Hypotheken des Zweiten Weltkriegs in Griechenland und Europa

Vortrag und Gespräch mit
Dr. Karl Heinz Roth

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Nach der Veranstaltung mit Christoph Türcke am 15. Januar wird Karl Heinz Roth am 29. Januar einen Vortrag über die deutsche Reparationsschuld halten.

Die Reparationsfrage ist auch 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs ein brisantes Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte. Sie hatte aber auch gravierende globalhistorische Auswirkungen, denn die durch sie heraufbeschworenen Konflikte unter den alliierten Siegermächten markieren den Ursprung des Kalten Kriegs. Weiterlesen

Zur Geschichte und Philosophie des Geldes (Türcke, 15.1.2016)

Einladung zu kritischer Suchbewegung

Freitag, den 15. Januar 2016, um 19.30 Uhr
In der Villa Ichon, Goldener Saal, Goetheplatz

Zur Geschichte und Philosophie des Geldes

Vortrag und Gespräch mit
Prof. Dr. Christoph Türcke

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Ausgehend von seinem letzten Werk wird der Autor dessen zentrale Gedanken zur Diskussion stellen. Christoph Türcke spürt in der archaischen Schreck- und Schuldbewältigung den Ursprung des Geldes auf und entwickelt eine faktengesättigte Genealogie, die von den sakralen Ursprüngen des Geldes bis in die Gegenwart reicht. Geld besetzt unsere Gedanken und Wünsche keineswegs erst seit Einführung der Münze. Türcke legt offen, wie der Sieg von Papier und Digitalgeld den Umgang mit Geld verändert hat, wie Börsen, Finanzmärkte und Zentralbanken zu neuen Weltmächten im kapitalistischen Geldsystem aufstiegen. Aus seiner Sicht erscheinen bürgerliche, marxistische und psychoanalytische Geldtheorie in einem neuen, kritischen Licht.
An den Vortrag schließen sich Diskussionsbeiträge, unter anderem von Gerhard Vinnai, an. Weiterlesen

Wie wird Musik „gemacht“ – und was „macht“ sie mit uns? Vortrag mit Beispielen aus Franz Schuberts Winterreise (Mückenberger, 3.12.2015)

Einladung zu kritischer Suchbewegung

Donnerstag, den 3. Dezember 2015, um 19.30 Uhr
Im Haus der Wissenschaft, Kleiner Saal (Sandstraße 4/5)

Wie wird Musik „gemacht“ – und was „macht“ sie mit uns? Vortrag mit Beispielen aus Franz Schuberts Winterreise 

Vortrag und Gespräch mit
Prof. Dr. Ulrich Mückenberger

Verehrte Empfänger unserer Einladungen,
liebe Freunde Kritischer Suchbewegungen!

Wir melden uns nach längerer Pause bei Euch/Ihnen zurück und hoffen, dass unser zeitlos-aktuelles Thema vielfältige Resonanz finden wird.

Unser Referent, Ulrich Mückenberger, hat sich neben seiner fachwissenschaftlichen Laufbahn als Hochschullehrer kontinuierlich seinen musikalischen Neigungen und Interessen gewidmet und sie praktisch und theoretisch weiterentwickelt. Er schreibt zu seinem Thema:

Der Vortrag widmet sich der Entstehung und Wirkung des musikalischen Kunstwerks. Was sind die Merkmale musikalischer Produktion im Europa der letzten drei oder vier Jahrhunderte? was unterscheidet sie von anderer Weltmusik? was unterscheidet das musikalische Kunstwerk von Werken anderer Künste? Wie kommt es, dass wir von dieser Musik angesprochen und betroffen werden? Der Vortrag geht also Produktions- wie Konsumbedingungen neuerer westlicher Kunstmusik nach. Dabei spielen Kategorien wie Klang, Tonalität, Farbe und Rhythmus einerseits, Aufführungsorte und -anlässe und Hörgewohnheiten andererseits, eine Rolle. Die theoretische Annäherung an den Zusammenhang zwischen musikalischer Ästhetik und Wirkung wird flankiert von Hörbeispielen und deren Reflexion. Schuberts „Winterreise“ ist dafür geeignet, weil sie offensichtlich ein heutiges Zeitgefühl anspricht. Wilhelm Müllers Gedichtzyklus und Franz Schuberts Vertonung vermitteln auch heute noch Symbole einer komplizierten gesellschaftlichen Situation von Menschen – in Gestalt von Individualisierung, Fremdheit und Sinnsuche. Wie der Musik gelingt, dieses Zeitgefühl anzusprechen, zeigen nicht nur Schuberts Lieder selbst. Auch die Reinterpretation des Liedzyklus durch Hans Zender von 1996, provozierende gesanglich-filmische Interpretationen des Tenors Ian Bostridge oder Filmanimationen William Kentricks zur „Winterreise“ demonstrieren die Aktualität der Rezeption des Müller/Schubert’schen Werks, indem sie sich den Stoff mit den Mitteln heutiger Gestaltung neu aneignen. Mit Hilfe von Hör- und Sehbeispielen strebt der Vortrag eine Verbindung von theoretischer Reflexion und sinnlicher Erfahrung darüber an, wie Musik „gemacht“ wird ‑ und was sie mit uns „macht“.

Zum Referenten:
Ulrich Mückenberger hat an den Universitäten Hamburg und Bremen sowie in Bari, Nantes, St. Petersburg und Antalya im internationalen Arbeits- und Sozialrecht, der Rechts- und Politikwissenschaft sowie der Zeitpolitik geforscht, gelehrt und publiziert. Zeitlebens hatte er musikalische Interessen: Ausbildung in Klarinette und Musiktheorie am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt, ein Jahr Kammermusikkurs an der Scuola di Musica di Fiesole, Mitarbeit in Orchestern und Kammermusikzirkeln; seit mehr als 20 Jahren führt er als „En passant“-Veranstalter in die Konzerte der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ein; seit der Pensionierung 2010 lernt er dazu noch Klavier…

Herzliche Einladung!

Mit freundlichen Grüßen
Gert Sautermeister und Gerhard Vinnai

Genug erinnert? Lehren aus dem Supergedenkjahr 2014 (Klatt, 10.3.15)

Einladung zu Kritischer Suchbewegung

Vortrag und Diskussion mit Hans-Gerhard Klatt

Genug erinnert?
Lehren aus dem Supergedenkjahr 2014

Dienstag, 10. März 2015, 20.00 Uhr, Gästehaus Universität, Am Teerhof

Was soll man davon halten? Ausgerechnet in einem Jahr, in dem so intensiv, wie es im Vorfeld kaum erwartet werden konnte, an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, an die 17 Millionen Tote und 21 Millionen Verwundete im Ersten Weltkrieg und die langen Folgen seiner besonderen Schrecken erinnert wurde, wird eine aktive Kriegspolitik wieder zu einem denkbaren Mittel der europäischen Politik! Dieser Zwiespalt gibt Anlass, sich die „Erträge“ des Supergedenkjahres 2014 mit seinen drei Erinnerungsdaten 1914, 1939 und 1989 noch einmal genau anzuschauen. In Bremen hatte sich früh ein „Forum Gedenken 100 Jahre Erster Weltkrieg“ gebildet, zahlreiche Bremer Institutionen haben ihre Schuldgeschichte der Mitwirkung an Kriegsbegeisterung und Durchhalteparolen aufgearbeitet – so auch die Bremische Evangelische Kirche – und öffentliche Anerkennung dafür erhalten. Worin aber liegt begründet, dass die Erinnerungspraxis so abgehackt neben den politischen Steuerungsdiskursen der Gegenwart liegt?

Hans-Gerhard Klatt ist Pastor der Bremischen Evangelischen Kirche und seit Januar 2015 der Beauftragte seiner Kirche für das Jubiläum „500 Jahre Reformation 2017“. Von 1996 bis 2014 hat er das Evangelische Bildungswerk Bremen geleitet. Schwerpunkte seiner Erwachsenbildungsarbeit lagen in der Begleitung von Projekten und Veranstaltungen zur Erinnerungspraxis und zum Interreligiösen Dialog.